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Rucksack richtig aufsetzen und einstellen

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Mittlerweile gibt es für jede Situation den perfekten Rucksack. Vor allem die größeren Modelle sind bis in kleinste Detail ausgeklügelt um die Bedürfnisse von Bergsteigern, Pilgern, Radfahrern und Wanderern bestmöglich zu erfüllen. Das erkennt man unter anderem an den diversen Gurten und Riemen, die an Wanderrucksäcken baumeln. Fast alle haben spezielle Funktionen, die den Laien schon mal überfordern können.

Viele der Gurte und Riemen dienen der Einstellung des Rucksacks. Ein richtig eingestellter Rucksack ist nämlich mindestens genauso wichtig, wie sich für das richtige Modell zu entscheiden. Fehlerhafte Einstellungen führen zu einer falschen Trageweise und damit häufig zu Schmerzen, weil das Gewicht nicht richtig verteilt wird. Der Träger macht dann in der Regel fälschlicherweise den Rucksack dafür verantwortlich und ärgert sich, dass er viel Geld in ein unbequemes Produkt investiert hat.

Damit du selbst mehrtägige Bergtouren mit mehreren Kilogramm auf dem Rücken unbeschadet überstehst, verraten wir dir in diesem Artikel, wie man Schritt für Schritt vorgeht, um den Rucksack perfekt einzustellen.

Schritt 1: Rückenlänge anpassen

Zunächst einmal solltest du wissen, dass das überwiegende Gewicht deines Backpacks nicht etwa mit den Schultern getragen wird, sondern mit dem Becken. Wer mit seinem Rucksack also schwere Lasten transportieren will, der sollte sich immer für ein Modell mit Beckengurt entscheiden. Das Becken trägt 60 bis 70 Prozent des Gesamtgewichts, während nur 40 bis 30 Prozent tatsächlich geschultert werden.

Deshalb ist auch die Rückenlänge ein entscheidendes Kaufkriterium bei Trekking-Rucksäcken. Sie muss zur Körpergröße passen. Darum sind Damenrucksäcke kürzer als Herrenrucksäcke. Viele Wanderrucksäcke sind heute in der Rückenlänge verstellbar, indem man das Schulter-Tragesystem stufenweise verschieben kann. Das geht dank Klettverschluss innerhalb weniger Sekunden. Perfekt auch, wenn man sich einen Rucksack teilen will. Solltest du über so einen Rucksack verfügen, passe als erstes die Rückenlänge deiner Körpergröße an.

Schritt 2: Alle Gurte und Riemen lösen

Bevor du den Rucksack aufsetzt, löst du alle Gurte und Riemen, damit du sie später individuell auf deinen Körper anpassen kannst. Das gilt für die beiden Schultergurte, den Brustgurt, die oberen Kompressions- bzw. Lageverstellriemen, den Beckengurt und natürlich auch die unteren Riemen, die für die Gewichtsverteilung zuständig sind. Erst dann setzt du den Rucksack auf, der nun natürlich noch sehr locker sitzt.

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Schritt 3: Beckengurt einstellen

Wir beginnen stets mit dem wichtigsten Gurt. Das ist – wie wir gelernt haben – der Beckengurt, der dafür sorgt, dass mehr als die Hälfte des Rucksackgewichts auf die Hüften verlagert werden. Am besten beugst du dich zum Festziehen des Beckengurts ein wenig nach vorne, denn dann liegt der Rucksack besser auf dem Rücken auf. Das ist vor allem bei schweren Rücksäcken wichtig.

Die Hüftflossen müssen genau mittig über dem fühlbaren Hüftknochen liegen. Das gilt selbstverständlich für beide Seiten. Dann wird der Hüftgurt geschlossen und schön strammgezogen. Nur ein strammer Gurt gewährleistet die ideale Gewichtsverteilung.

Schritt 4: Schultergurte einstellen

Nachdem der Beckengurt sitzt und seine Funktion bereits aufgenommen hat, müssen wir die beiden Schultergurte einstellen. Denn im Moment ist es so, dass der Rucksack mehr hängt als sitzt. Diese Gurte werden zunächst einmal fest angezogen, so dass sie die Schultern bündig umschließen. Das widerspricht zunächst der These, dass die Hüfte den Großteil des Gewichts trägt, denn mit dieser Maßnahme ziehen wir das Hauptgewicht auf die Schultern. Das ist für die weiteren Schritte wichtig, wird später aber wieder ausgeglichen.

Schritt 5: Lageverstellriemen anziehen

Als nächstes musst du die beiden oberen Lageverstellriemen, die sich auf der Schulter befinden, fest anziehen. Damit wird der Rucksack näher an den Körper gezogen und liegt direkt auf dem Rücken auf. Gleiches machst du mit den beiden unteren Kompressionsriemen im Hüftbereich.

Auch während des Tragens kannst du mit den Kompressionsriemen arbeiten, um die Lastenverteilung den Gegebenheiten anzupassen. Wenn du die Riemen eng anziehst, wird der Rucksack stabiler und kontrollierbarer. Das ist zum Beispiel für die Durchquerung enger Schluchten von Vorteil. Sind die Riemen lockerer, gewinnt man mehr Bewegungsfreiheit.

Schritt 6: Brustgurt schließen

Jetzt ist es auch an der Zeit den Brustgurt zu schließen und leicht an zu ziehen. Er hat lediglich die Funktion, dass die Schultergurte nicht rutschen. Du solltest ihn deshalb so einstellen, dass er für dich bequem zu tragen ist. Das gilt sowohl für die Höhe, in der er meist variabel ist, als auch für den Zuzug.

Schritt 7: Schultergurte lockern

Der letzte Schritt ist zugleich der wichtigste: Bevor es endlich losgeht, lockern wir die stramm angezogenen Schultergurte wieder ein kleines Stück, so dass das Gewicht tatsächlich dorthin verlagert wird, wo es hingehört, nämlich auf die Hüften. Und das kannst du tatsächlich spüren! Der Rucksack richtet sich ein Stück nach unten und das Becken wird stärker belastet, während die Schultern Entlastung erfahren.

Wenn du mit dem Rucksack längere Strecken unterwegs bist, ist es sinnvoll, mit wechselnder Belastung zu arbeiten. Das bedeutet, du ziehst die Schultergurte mal enger und mal lockerer, so dass du mal mehr und mal weniger Gewicht mit den Schultern trägst. Die wechselnde Belastung beugt Ermüdung und Erschöpfung vor. Das meiste Gewicht sollte im Schnitt aber immer auf dem Becken liegen.

Fazit

Ein guter Rucksack allein ist erst die halbe Miete. Du musst auch wissen, wie man ihn aufsetzt und richtig einstellt. Wer das nicht beherrscht trägt die Hauptlast in der Regel auf den Schultern und wundert sich, warum er schnell ermüdet und Rückenschmerzen bekommt. Eine ausgedehnte Wanderung oder gar mehrtägige Touren sind ohne dieses Grundwissen überhaupt nicht zu stemmen. Im Zweifel lässt du dich im Fachgeschäft beraten oder fragst einen erfahrenen Backpacker oder Wanderprofi.


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